Stahlbeton-Garagen Firmenchronik der A.D.M. Betonwerke GmbH

Der Firmengründer, August Dietrich Müller, machte sich im Jahre 1852 als Bildhauer selbstständig, um in dieser Eigenschaft für viele Kirchen im norddeutschen Raum Bildhauerarbeiten durchzuführen. Im Jahre 1856 gründete er dann die Firma A.D.Müller Betonwarenfabrik in Lüneburg.

1862 besuchte August Dietrich Müller die Weltausstellung in München, um sein Wissen über den neuen Baustoff "Zement" weiter zu ergänzen. Im selben Jahr wurde noch mit der Anfertigung von künstlichen Steinen aus Zement, wie man seinerzeit fälschlicherweise den Baustoff "Beton" nannte, begonnen.

Im Jahre 1864 bestand dann schon ein für diese Zeit umfangreiches Lieferprogramm, bestehend aus:
  • Fertigteile für Durchlässe
  • Brunnenringe
  • Rohre
  • Viehtröge
  • Trottoirplatten
  • Fliesen und Grenzsteine

Beton Rohre von 1864In Kopenhagen wurde im Jahre 1874 bauseitig eine Druckleitung aus Beton hergestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden sämtliche Baustoffe aus Beton manuell ohne mechanische Verdichtungsaggregate hergestellt.

Die erste grundlegende Rationalisierung, wie man heute sagt, fand im Jahre 1880 durch den Kauf einer hydraulischen Dampfpresse für die Plattenherstellung statt, in den nächsten Jahren wurde das Sortiment dann um Fußterrazzoplatten erweitert, für deren Herstellung italienische Facharbeiter gewonnen werden konnten.
 
Nach der Jahrhundertwende wurde an verschiedenen Großbaustellen Ortbeton mit transportablen Betonmischanlagen erstellt.

Da durch das ständige Wachstum der Firma in den letzten Jahrzehnten das Werksgelände zu klein geworden war, erwarb man am Ovelgönnerweg 13, Lüneburg, im Jahre 1910 eine 50.000m2 große Gewerbefläche. 1912 erfolgte die Errichtung einer Fabrikationsanlage für Terrazzoplatten und Rohre. Da der Abtransport der fertigen Produkte mittels Pferd und Wagen nicht mehr gesichert war, erfolgte im gleichen Jahr die Erstellung eines eigenen Anschlussgleises.

Bis zur Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 konnte die Firma A.D.Müller durch ständiges Wachstum ihre Position weiter ausbauen. Im Jahre 1929 war die Belegschaft auf über 100 Mitarbeiter gestiegen, die in mehreren Produktionshallen mit einer Gesamtfläche von über 4.000m2 qualitativ hochwertige Produkte aus Beton herstellten. Danach jedoch fand ein sehr harter Existenzkampf bis zum Jahre 1933 statt, der Dank der unternehmerischen Leistung von Herrn August Dietrich Müller relativ gut überstanden wurde. Im Zuge der Wiederbelebung der Baukonjunktur im Jahre 1933, befasst man sich u.a. zusätzlich mit der Durchführung von Brückenbauten, Betonfundamenten für Solebehälter der Saline in Lüneburg sowie anderer Betonarbeiten als Ergänzung des vorhandenen Programms.

Kurz nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde das gesamte Firmenwerksgelände sowie der Fahrzeugpark beschlagnahmt und der Inhaber sowie der größte Teil der Mitarbeiter zum Wehrdienst einberufen.
Obwohl nach dem verlorenen Krieg Baustoffe aus Beton dringend benötigt wurden, erfolgte keine Produktionserlaubnis durch die englische Militärregierung.

Nach der Währungsreform im Jahre 1948 konnte sich die Firma A.D.Müller durch die Neubelebung der Nachfrage auf dem Hoch- und Tiefbausektor von ihren Rückschlägen aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren erholen. Der Enkel des Firmengründers, Dietrich Müller, konnte im Jahre 1956 mit 212 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das 100-jährige Bestehen der Firma bei guten Auftragsbüchern feiern.

Um die vielen Produktionsmittel wirtschaftlicher mit Beton versorgen zu können, wurde eine zentrale Betonaufbereitungsanlage erstellt. Die Stahlbeton-Fertiggaragen- Produktion wurde im Jahre 1964 aufgenommen, im Laufe der 70er Jahre folgte, zu Lasten anderer Artikel, eine Spezialisierung in den Bereichen Waschbeton, Struktur- und Betonplatten sowie Stahlbeton-Fertiggaragen, um unwirtschaftlich gewordene Zweige schließen zu können.

Aus kaufmännischen Erwägungen wurde am 1. November 1979 die Firma A.D.M. Betonwerke GmbH gegründet, um dieser die Produktions- und Vertriebsrechte zu übertragen, mit dem Ziel, die Besitzgesellschaft A.D.Müller Betonwarenfabrik GmbH&Co. KG weiter zu stärken.

ADM Garagen LKW


Aus persönlichen Gründen haben dann am 15. Oktober 1982 die Ururenkel Uta Müller, Burkhard Müller, Eike Müller und Helmut Müller ihre Anteile an die Schmidt & Peters- Gruppe ohne Grund und Boden verkauft, mit der Auflage, dieses Unternehmen innerhalb der nächsten 10 Jahre zu verlagern, in der ersten Phase war eine Verlagerung in das Industriegebiet Lüneburger Hafen geplant. Dies scheiterte jedoch daran, dass seitens der Stadt Lüneburg uns nicht genügend preisgünstiges Gewerbegebiet zur Verfügung gestellt werden konnte. Aus diesem Grund erfolgte daher die Verlagerung am 1. Januar 1990 nach Neetze.

ln der Zwischenzeit verfügt die Firma Baustoffwerke Neetze GmbH & Co. KG, auf die die Firma A.D. Müller Betonwarenfabrik GmbH & Co. KG im Jahr 2003 verschmolzen wurde, über modernste Produktionsmittel zur Herstellung von Stahlbetongaragen unter den Markennamen ADM-Garage und hansebeton-Fertiggarage und hat mit dem Schwesterwerk, der Fa. Baustoffwerke Syke GmbH in Syke, die Marktführerschaft für Stahlbetonfertiggargen in Norddeutschland übernommen.

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